Das Web Model Context Protocol (WebMCP) ist eine neue Browser-API und Standardinitiative, die Websites ermöglicht, direkt und strukturiert mit KI-Agenten zu kommunizieren. Anstatt dass KI-Systeme per DOM-Scraping, Screenshot-Analysen oder UI-Automatisierung interagieren müssen, können sie gezielt definierte Funktionen einer Website als maschinell lesbare „Tools“ aufrufen. Diese Werkzeuge verfügen über klar definierte Eingaben, Ausgaben und Bedeutungsbeschreibungen, die Agenten ohne Interpretation von Design und Layout nutzen können.
Das Protokoll ist derzeit als Early Preview in Google Chrome (ab Version 146) verfügbar und wird gemeinsam von Google und Microsoft vorangetrieben.
WebMCP ist eine spezialisierte API, die Websites erlaubt, ihre Funktionen und Prozesse als strukturierte Agent-APIs bereitzustellen. Das bedeutet:
navigator.modelContext im Browser.Damit wird die Web-Interaktion für Maschinen präziser, zuverlässiger und schneller als bisherige Automatisierungsversuche.
WebMCP besteht aus:
Diese Struktur erlaubt KI-Agenten, Aktionsfähigkeit statt nur Lesefähigkeit zu erlangen.
Bisher mussten KI-Agenten Websites ähnlich wie ein Mensch „lesen“ und bedienen. Sie analysierten Screenshots mit Bilderkennungsmodellen, versuchten die DOM-Struktur zu interpretieren oder steuerten Seiten über automatisierte Browser-Skripte. Dieser Ansatz war technisch aufwendig und anfällig für Fehler, weil Layout-Änderungen oder kleine UI-Anpassungen Prozesse schnell unbrauchbar machten.
WebMCP ersetzt dieses indirekte Vorgehen. Statt Oberflächen zu interpretieren, stellen Websites ihre Funktionen als klar definierte Werkzeuge bereit. Diese Werkzeuge besitzen eindeutige Beschreibungen sowie strukturierte Ein- und Ausgaben. KI-Agenten können dadurch direkt mit der Website interagieren, ohne Design, HTML-Struktur oder visuelle Elemente analysieren zu müssen. Das reduziert Komplexität, erhöht die Stabilität und macht Interaktionen deutlich präziser.
WebMCP definiert ein Protokoll-Level-Framework, das die Zusammenarbeit zwischen Website und KI-Agent standardisiert. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von proprietären Mechanismen und Scripts.
Agents können strukturierte Aktionen statt UI-Elemente interpretieren:
Diese agentische Bedienbarkeit erhöht die Stabilität und Effizienz von KI-gestützten Prozessen.
Agents liefern präzisere Ergebnisse und können Aufgaben vollständig ausführen statt nur Inhalte zu präsentieren. Für Nutzer bedeutet das:
Frühzeitige Implementierung von WebMCP-Funktionen kann Unternehmen einen Vorteil verschaffen, da KI-Agenten bevorzugt mit gut strukturierten Websites interagieren.
Websites müssen im technischen Bereich ihre Interaktions-Layer explizit modellieren:
Dadurch werden Webanwendungen API-ähnlich agentfähig, ohne separate Backends zu entwickeln.
Unternehmen sollten:
Klassische SEO konzentriert sich auf Sichtbarkeit und Klickpfade. WebMCP verschiebt den Fokus:
Das bedeutet: Suchstrategien müssen neu denken, wie KI-Agenten Websites nutzen und bewerten (GEO: Generative Engine Optimization).
Unternehmen könnten integrierte agentische Funnels entwickeln, in denen:
WebMCP markiert den Übergang vom klassischen, rein dokumentbasierten Web zu einem agentenfähigen, funktionalen Internet, in dem Webseiten nicht nur Inhalte präsentieren, sondern fachlich nutzbare Werkzeuge für KI-Agenten bereitstellen. Für Corporate- und E-Commerce-Websites eröffnet das neue Chancen in Stabilität, Performance und agentischer Reichweite – erfordert jedoch technische, strategische und organisatorische Anpassungen.